Reizdarmsyndrom


Aus aktuellen Studien ist ersichtlich, dass ca. 15% der österreichischen Bevölkerung Symptome eines Reizdarm-Syndroms aufweisen, wobei Frauen drei Mal häufiger betroffen sind als Männer. In absoluten Zahlen bedeutet das: Es gibt weit mehr als eine halbe Million Betroffene, wovon 70% leichte Beschwerde haben, während 30% über ausgeprägte bis heftige Beschwerden berichten.

Häufig haben Betroffene eine Odyssee von verschiedenen Durchuntersuchungen hinter sich, die nicht selten mit den Worten enden: „Es ist alles in Ordnung, wir haben nichts Krankhaftes gefunden.“, „Sie müssen damit leben lernen.“
Betroffene erleben so oft eine Hilfs- und Hoffnungslosigkeit, die die Situation anfangs eher verschlechtert.

Mit Hypnose Psychotherapie als Behandlungsform kann bei einem Reizdarm-Syndrom eine deutliche Besserung der Symptome erzielt werden. Denn obwohl bei dem Reizdarm-Syndrom meistens organpathologische Befunde fehlen, handelt es sich trotzdem um reale (und nicht eingebildete) Beschwerden.

Zum Beispiel besteht mit hoher Wahrscheinlichkeit ein Reizdarmsyndrom, wenn:

  • chronischer Bauchschmerz (immer wiederkehrend oder dauernd) besteht,
  • der oft nach Nahrungsaufnahme auftritt oder sich verstärkt und
  • sich mit Stuhlentleerung vermindert oder löst.
  • Häufig kommt es auch zu Durchfällen, Verstopfung, oder beides abwechselnd.

Die Betroffenen leiden meistens auch unter Blähungen, Völlegefühl und haben nicht selten auch Schleimabgänge, mit dem Gefühl der unvollständigen Entleerung.

Es gibt diverse Faktoren, die zur Entstehung eines Reizdarm-Syndroms beitragen können wie zB. eine viszerale Hypersensitivität, Entzündungen, Stress, traumatische Erfahrungen oder/und eine genetische Prädisposition etc.

Bauchhypnose (in engl. „gut-directed hypnosis“)

Der Einsatz einer spezifisch auf den Bauch („gut-directed“) gerichteten Hypnose kann Reizdarm-PatientInnen Linderung verschaffen. Die Bauchhypnose, zur Behandlung von Reizdarmsyndrom oder funktionellen Oberbauchbeschwerden, wurde von einer Arbeitsgruppe um Prof. Peter Whorwell in Manchester entwickelt. Hypnose ist eine der ältesten Behandlungsmethoden der Menschheit im Zusammenhang mit körperlichen und seelischen Störungen. Insbesondere konnte in wissenschaftlichen Studien nachgewiesen werden, dass sich Magen-Darm-Funktionen unter dem Einfluss von Hypnose verändern.

So kann durch Hypnose bei Gesunden die Geschwindigkeit des Nahrungstransportes verändert werden und bei Reizdarm-PatientInnen auch die Stärke der Darmbewegungen.

Die Arbeitsgruppe um Whorwell zeigte unter anderem, dass sich die Überempfindlichkeit des Verdauungstraktes bei Reizdarmsyndrom unter Hypnose nachweislich normalisiert. Die von diesem Team entwickelte spezifische „gut-directed hypnosis“ zeigt nicht nur eindrucksvolle therapeutische Langzeiterfolge bei PatientInnen mit Reizdarmsyndrom, denen anders nicht mehr geholfen werden konnte, sie ist auch bei Menschen mit unklaren Oberbauchbeschwerden (funktioneller Dyspepsie) erfolgreich.
Die Erfahrung der Arbeitsgruppe in Manchester hat ergeben, dass 12 Sitzungen zu je einer Einheit (50 Minuten) einmal wöchentlich (über ca. drei Monate) als erfolgreichste Dauer dieser Kurztherapie festzulegen ist, damit der gewünschte Langzeiterfolg erreicht wird.

Wie wirkt Hypnose?

Der Mensch ist in der Lage, (Schmerz-) Empfindungen durch Gewöhnung, Nicht(mehr)beachtung oder Ablenkung aus unserem Bewusstsein „ausschalten“ zu können (z.B. „nach morgendlichem Anlegen unserer Kleidung, Schuhe, Brille usw. spüren wir diese dann nicht mehr auf der Haut…“). Es ist also möglich, etwas nicht mehr bewusst wahrzunehmen, wenn die Aufmerksamkeit nicht darauf fokussiert wird. Eine gut-directed Hypnose beinhaltet die immer wieder geübte Vorstellung (durch Fremdsuggestion) von einer Normalisierung der Darmfunktion (oder Magenfunktion, je nach der FGIS) und Verminderung der Schmerzen bzw. Beschwerden. Langsam verändert sich damit die Schmerzschwelle und die Magen-Darm-Tätigkeit. Die meisten PatientInnen mit FGIS praktizieren mit zunehmender Beschwerdedauer selbst eine Form der „negativen Selbsthypnose“, indem sie in bestimmten (oft stressassoziierten) Situationen die Symptome noch verstärken mit der Vorstellung von noch viel schlimmeren Beschwerden, mit der Angst, demnächst nicht mehr die Darmfunktionen kontrollieren zu können (z. B. bei Verlassen der Wohnung am Weg zur Arbeit mit dem Auto, oder im Kino, bei einer Bus- oder Flugreise, in geschlossenen Räumen, bei der Einnahme von Mahlzeiten usw….), was wiederum zur tatsächlichen Zunahme der Symptome führt. Dieser Teufelskreis, kann mit Kraft der eigenen Vorstellung in der Hypnose langsam rückgängig gemacht werden.

(Quelle: Univ. Prof. Dr. Gabriele Moser)

Mag. Paola Moriconi

Psychotherapeutin in 1090 Wien

PRAXIS FÜR HYPNOSEPSYCHOTHERAPIE
UND COACHING

Lichtentalerg. 20/28, 1090 Wien
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